Neuer Preis-Leistungs High-End Desktop PC

Nachdem mir meine letzten beiden Computer in Form von Laptops immer mehr zu langsam wurden und diese auch nicht in der Lage sind 6 Monitore anzusteuern, war es an der Zeit für mich, wieder zu einem Desktop PC zurückzukehren. Gerade auch das allgemein bessere Preis-Leistungs-Verhältnis (wenn man keine Mobilität oder ähnliche Features braucht) spricht stark für einen Desktop Rechner.

Im Folgenden möchte ich euch dazu alle Komponenten genauer vorstellen und dabei erklären, warum ich mich gerade für diese Komponenten entschieden habe.

CPU/Prozessor

Meine Benutzungsszenarien reichen von Textverarbeitung, über Webseitengestaltung, Programmieren und Forschen bis hinzu Videobearbeitung und -Wiedergabe sowie dem Spielen am PC. Für viele dieser Aufgaben verwende ich schon mehrere Monitore und lasse auch die meiste Zeit alle Anwendungen mindestens im Hintergrund oder auf einem freien Bildschirm, wenn es zur Aufgabe passt, geöffnet. Dadurch kommt es zu häufigen Task-Wechseln sowohl aus Benutzersicht als auch auf Betriebssystemebene. Um häufige Unterbrechungen, die durch Aktivitäten der anderen Programme ausgelöst werden, schnell abarbeiten und/oder vermeiden zu können, brauche ich einen schnellen Prozessor mit möglichst vielen Kernen. Weiterhin brauche ich einen schnellen Prozessor natürlich für die Aufgaben selber, damit diese schneller erledigt werden und ich nicht so lange warten muss. Dies wird besonders beim Kompilileren von Programmen oder anderen rechenintensiven Prozessen deutlich.

Zum Zeitpunkt an dem ich mir diesen Rechner zusammengestellt und gekauft habe, kamen gerade die neuen Devil’s Canyon Prozessoren von Intel heraus. Hierbei erregte besonders der Intel Core i7 4790K mit seinem extrem hohen Basistakt von 4 x 4.00 GHz meine Aufmerksamkeit. Nach einigen weiteren Abwägungen, dem Lesen von zahlreichen Tests sowie aufgrund der Tatsache, dass dies eine langfristige Investion ist, entschied ich mich dafür, einen dieser i7 4790K in meinem neuen Rechner zu verbauen. Weiterhin vorteilhaft ist das verbesserte Wärmeleitmaterial um die Abwärme besser abzuführen und einen kälteren Betrieb oder eine höhere Übertaktung zu gewährleisten. Für weitere Funktionen und Leistungsdaten des Prozessors empfehle ich das Review von AnandTech.

GPU/Grafikkarte

Da ich einerseits endlich mal wieder aktuelle Spiele in ihrer ganzen Grafikpracht spielen und andererseits 3-6 Monitore in mindestens Full HD ansteuern wollte, suchte ich nach einer sehr leistungsfähigen Grafikkarte. Unter anderem gab es bei AnandTech eine aktuelle Kaufberatung für Grafikkarten verschiedener Preis- und Leistungsklassen. In der Kategorie „Extreme Performance for Cheap“ wurde dort eine AMD Radeon R9 290 empfohlen. Auch auf der Futuremark Review Seite wurde das gute Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich (siehe Grafik).

Preis-Leistungs-Verhältnis der AMD Radeon R9 290 im Vergleich zu anderen Grafikkarten bei Futuremark

Preis-Leistungs-Verhältnis der AMD Radeon R9 290 im Vergleich zu anderen Grafikkarten bei Futuremark


Nun musste ich mich noch für eines der zahlreichen Modelle entscheiden. Dazu bediente ich mich hauptsächlich Preisvergleichsportalen. Wichtig war mir weiterhin, dass nicht der Referenzkühler zum Einsatz kommt, da dieser sehr laut sein soll, sondern ein leiserer anderer. Herausgekommen ist, dass zum Kaufzeitpunkt die Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC am günstigsten und leistungsfähigsten für das Geld ist.
Sie ist im Leerlauf auch praktisch nicht von den anderen Lüftergeräuschen aus dem Gehäuse herauszuhören. Dies ändert sich aber sobald fordernde 3D Spiele und Programme gestartet werden. Der Lüfter ist dann deutlich zu hören und die Temperatur steigt auch merklich an. Aus dem zweiten Grund habe ich auch den Lüfterplatz direkt auf Höhe der Grafikkarte mit einem Lüfter ausgestattet der die Warme Luft leise aus dem Gehäuse befördern kann. Die restlichen Lüfterein- und Auslässe bleiben wie später beschrieben zugeklebt um keinen Staub in das Gehäuse zu lassen.
Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC

Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC

Integrierte Grafikkarte Intel HD 4600

Da die diskrete Grafikkarte erst später geliefert wurde, hatte ich die Gelegenheit einmal die integrierte Grafikkarte des Intel Prozessors testen zu können. Dank DisplayPort 1.2 MST war es sogar ohne weitere Einstellungen möglich, 3 Monitore anzusteuern. Zwei schloss ich dazu über den DisplayPort (Dell U2414H direkt und einen Dell 2312HM in den DisplayPort-Ausgang des U2414H; der letzte Bildschirm muss bei MST kein Displayport 1.2 unterstützen) und einen weiteren über DVI an der Hauptplatine an.

Mehrere Monitore

Auf dem Weg zu einem Hexa Display Setup mit 6 Monitoren bin ich zur Zeit bei 4 Monitoren angelangt. Diese beschreibe ich in einem anderen Artikel näher. Angesteuert werden die Monitore zurzeit über DisplayPort und DVI. Dabei sind 3 Bildschirme aktuell an einem DisplayPort angeschlossen. Das funktioniert ohne Probleme für zwei Dell U2414H sowie den letzten Dell 2312HM. In Windows werden die Bildschirme auch ohne Probleme einzeln erkannt und sind einzeln konfigurierbar. Der vierte Bildschirm ist einfach per DVI angeschlossen.

Grafikkartenperformance

Kurz gesagt ich kann League of Legends und Battlefield 3 auf höchsten Einstellungen in Full HD ohne Probleme wieder flüssig spielen.
Da es im weltweiten Netz ausreichend Benchmarkergebnisse zur R9 290 gibt, präsentiere ich hier zunächst nur Ergebnisse des neusten 3D Marks:

Ergebnisse im 3DMark der Sapphire R9 290 Tri-X OC: Fire Strike 9414, Sky Diver 26241, Cloud Gate 27078 und Ice Storm 159565 Punkte.

Ergebnisse im 3DMark der Sapphire R9 290 Tri-X OC: Fire Strike 9414, Sky Diver 26241, Cloud Gate 27078 und Ice Storm 159565 Punkte.

Integrierte Grafikkarte Intel HD 4600 und i7-4790K 3DMark Ergebnisse: Fire Strike 793, Sky Diver 3726, Cloud Gate 8194 und Ice Storm 66107

Integrierte Grafikkarte Intel HD 4600 und i7-4790K 3DMark Ergebnisse: Fire Strike 793, Sky Diver 3726, Cloud Gate 8194 und Ice Storm 66107


In Battlefield 3 habe ich im Durchschnitt 97 FPS mit Fraps gemessen (Online, Multiplayer, Insel Kharg)

Hauptplatine/Motherboard

ASRock Z97 Extreme6 Intel Z97

ASRock Z97 Extreme6

ASRock Z97 Extreme6

Netzteil

550 Watt be quiet! Dark Power Pro 10

be quiet! Dark Power Pro P10 550 Watt Kabelmanagement

be quiet! Dark Power Pro P10 550 Watt Kabelmanagement

be quiet! Dark Power Pro P10 550 Watt Verpackungsinhalt

be quiet! Dark Power Pro P10 550 Watt Verpackungsinhalt

be quiet! Dark Power Pro P10 550 Watt Leistungsdatenaufkleber

be quiet! Dark Power Pro P10 550 Watt Leistungsdatenaufkleber

CPU-Kühler

Noctua NH-D15 Dual Tower Kühler

CPU-Kühler Noctua NH-D15 auf ASRock Z97 Extreme6

CPU-Kühler Noctua NH-D15 auf ASRock Z97 Extreme6

SSD/Festplatte

Eine schwierige Entscheidung musste ich bei der Wahl der Fesplatte treffen. Ich habe mich dafür entschieden nur eine SSD einzubauen, dafür aber eine mit circa 500 GB.
Ich bin der Meinung, dass alles wichtige auf die SSD kommen soll um die Performance auch nutzen zu können. Da ich auf meinem bisherigen Rechner auch unter der Auslagerung von Filmen u.ä. auf andere Datenträger mittlerweile meine 256 GB Samsung 830 SSD fast komplett befüllt habe. Aus dieser Erfahrung ergibt sich die Wahl einer größeren SSD als Hauptdatenträger. Man kommt mit den in der nächsten Zeit veröffentlichten und bisher veröffentlichten Software und Spielen locker über 300 GB. Außer man möchte immer nur eine Untermenge seiner Spiele installiert haben. Auch aufgrund der geringen Preise für mechanische Festplatten in der Größenordnung von 2-4 TB bin ich der Meinung, dass es besser ist, zunächst auf eine große SSD zu setzen und bei Bedarf ein großes Datengrab nachzurüsten.
Auswahlkriterien für die SSD waren hauptsächlich eine lange Lebensdauer, hohe Schreib- und Leseleistung sowie wieder ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese sind alle bei der Samsung 840 EVO Reihe erfüllt. Die Performance ist teilweise auf Höhe der Samsung 840 Pro Serie. Dies liegt unter anderem auch an der Verwendung des zwischengeschalteten SLC-Caches bei dem die normalerweise als Triple-Cell arbeitenden Bausteine statt 8 Bit nur 2 Bit speichern müssen. Eine ausreichend lange Lebensdauer erwarte ich auch aufgrund meiner gemachten Erfahrungen mit der Samsung 830 (siehe Samsung 830 SSD nach eineinhalb Jahren ca. 4,5 TB geschrieben).
Letztendlich ist es also eine Samsung 840 EVO 500 GB geworden. Die Performance ist ordentlich, wie im CrystalDiskMark deutlich geworden ist: Beim sequentiellen Lesen circa 534 MB/s und beim Schreiben knapp 491 MB/s.

Samsung SSD 840 EVO 500 GB

Samsung SSD 840 EVO 500 GB

Festplattenperformance im CrystalDiskMark Benchmark der Samsung 840 EVO 500 GB SSD

Festplattenperformance im CrystalDiskMark Benchmark der Samsung 840 EVO 500 GB SSD

Samsung 840 EVO 500 GB SSD Informationen

Samsung 840 EVO 500 GB SSD Informationen

RAM/Arbeitsspeicher

Für mich ist viel Arbeitsspeicher extrem wichtig. Ich verwende sehr viele Anwendungen gleichzeitig und lasse auch viele Anwendungen laufen. Einige dieser Programme brauchen viel Speicher. Dazu gehören vor allem Java-Programme. Bei mir kann es dadurch, auch ohne Anwendungen die wirklich sehr viel Arbeitsspeicher für ihre Arbeit alleine benötigen, schon mal vorkommen, dass mehr als 8 GiB meines Arbeitsspeichers belegt sind. Damit ich dann keine Anwendungen beenden muss oder auf eine Auslagerungsdatei (welche ich deaktiviert habe) zurückgegriffen wird, brauche ich also aktuell schon mindestens ein Dual Channel Kit mit insgesamt 16 GiB. Dazu wollte ich eigentlich günstige Crucial Ballistix Sport 2*8 GiB Riegel kaufen, diese waren aber nicht lagernd. Deshalb ich mich für Corsair Vengeance LP (low profile) 16 GiB DDR3-800 RAM entschieden.

Corsair Vengeance LP (low profile) 16 GiB DDR3-800 CML16GX3M2A 1600C10

Corsair Vengeance LP (low profile) 16 GiB DDR3-800 CML16GX3M2A 1600C10

Gehäuse

Bei einem Gehäuse sind mir mehrere Dinge wichtig. Zunächst soll es genug Platz für leistungsfähige Komponenten haben. Dazu zählen lange Grafikkarten, sowie große CPU-Kühler. Genauso sollen entsprechende Plätze für Gehäuselüfter und überall Staubfilter vorhanden sein. Am besten für 120 oder 140 mm Lüfter damit diese langsam drehen können. Weiterhin sollte es leicht sein sowie eine einfache Montage ermöglichen. Zusätzlich ist es für mich von großem Vorteil, wenn am Gehäuse vorne oder oben ein Anschluss für Kopfhörer und Mikrofon ist, da ich darüber mein Headset angeschlossen lasse. Auch wenn vorne USB 3.0 Anschlüsse sind ist dies nützlich, da ich so kein weiteres USB Verlängerungskabel von hinten, nach oben auf meinen Schreibtisch legen muss, um bequem USB-Sticks anschließen zu können.

Es wird nun schon schwierig ein entsprechendes Gehäuse zu finden. Ohne Kompromisse konnte ich bis vor kurzem keines mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis finden. Nun wurde aber am Montag (24.11.2014) das Fractal Design Define R5 vorgestellt. Dieses Gehäuse erfüllt so ziemlich alle Anforderungen bis auf dem etwas hohen Gewicht. Es hat eine Unmenge an Lüfterplätzen die auch für Wasserkühlungs-Radiatoren verwendet werden können. Alle Lüftereingänge sind mit leicht zu reinigenden Staubfiltern versehen. Zusätzlich ist das komplette Gehäuse mit Dämmmatten ausgestattet umd einen extrem leisen Betrieb zu ermöglichen. Auch die Montage ist leicht möglich und hinter der Hauptplatine ist ein extra Bereich inkl. Durchreichungen für ein sauberes Kabelmanagement vorhanden. Es gibt auch ein separat oder inklusive erhältliche Seitenwand mit integriertem Fenster. Da ich aber lieber die Schalldämmung habe, gibt es für mein Gehäuse erstmal kein Fenster. Ich habe mich auch für die weiße Variante entschieden, da man auf schwarzen Gegenständen nach kurzer Zeit schon die kleinsten Staubpartikel direkt sehen kann und weiß etwas stilvoller finde.

Wer sich einen guten Eindruck von dem Gehäuse verschaffen möchte, dem kann ich das Video-Review von Overclock 3D empfehlen.

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Kai

Über Kai

Ich habe Informatik im Masterstudiengang an der Universität Stuttgart studiert. Im Studium habe ich, wie mein Kollege und Kommilitone, die Vertiefungslinien "Theoretische Informatik und Wissenschaftliches Rechnen" und "Visualisierung und Interaktive Systeme" belegt. Auch in meiner Freizeit beschäftige ich mich oft mit Softwareentwicklung, im Speziellen der Softwarearchitektur, sowie mit der, teils ehrenamtlichen, Betreuung und Weiterentwicklung von Webplattformen. Darüberhinaus gehe ich dem Leistungssport Schwimmen nach, um für einen gesunden Ausgleich mit Sport zu sorgen. Mehr über mich unter kmindi.de.