Lenovo ThinkPad T420s Erfahrungsbericht/Review

Am 18.05.12 ist endlich mein Lenovo Thinkpad T420s angekommen.

Die angegebene Produktionszeit (1-2 Wochen) und Lieferzeit (3-6 Tage) wurde voll ausgenutzt. Es hat 3 Wochen und 4 Tage von der Bestellung bis zur Lieferung gedauert. Dabei entfielen 4 Tage auf den Postweg mit UPS. Gereist ist mein Thinkpad laut UPS Kontrollinformationen von China aus, über Kasachstan und Polen nach Deutschland.

Dieses Thinkpad hat folgende Technische Daten:

  • Intel Core i7-2640M (Sandy Bridge) mit 2,8 bis 3,5 GHz
  • Nvidia Optimus mit Nvidia NVS 4200M (1 GB) und Intel HD 3000
  • 8 GB DDR3 RAM von Micron(4 GB)/Kingston(4 GB)
  • Hitachi Travelstar HTS723232A7A364 320 GB SATA 7200 U/min
  • WLAN: Intel Centrino Ultimate-N 6300
  • DVD Multi Brenner (slim)
  • 720p Webcam
  • Trackpoint
  • Li-Ion-Akku mit 44 Wh und Ultrabay-Akku mit 31,32 Wh
  • Gewicht: 1816 g (DVD) / 1932 g (Ultrabay-Akku)
  • Anschlüsse: 2*USB 2.0, USB 3.0, VGA, DisplayPort, Gigabit Ethernet, Mikrofon/Audioausgang, ExpressCard

Nachdem in der ausgelieferten Konfiguration diverse Software schon vorinstalliert ist, habe ich mich dafür entschieden, Windows 7 Professional SP1 64 bit selber nochmal zu installieren.
Dabei habe ich die Wiederherstellungspartition, die 15GB der Festplatte verbraucht, gelöscht. Mit einem USB Stick habe ich mir die zuvor heruntergeladenen Treiber für das Intel WLAN Modul und die Lenovo System Update Software auf das Thinkpad geholt. Nach der Installation des Treibers und dem Herstellen einer Verbindung mit dem WLAN konnte das aucht installierte Lenovo System Update alle erfoderliche andere Software und Treiber selbständig nachladen. Das funktionierte einwandfrei.

Der Bildschirm des Thinkpads ist, wie man schon an der Typenbezeichnung erkennen kann, 14 Zoll groß (35,56 cm Diagonal gemessen). Die Auflösung beträgt 1600*900 Pixel (Breite mal Höhe). Das sind also zirka 131 Pixel pro Zoll (dpi). Diese relativ hohe Auflösung empfinde ich noch als angenehm. Im Vergleich zu meinem alten Thinkpad T61 ist dieser Bildschirm sehr viel heller und besser, auch wegen der Blickwinkelabhängigkeit der Farbdarstellung. Beim T420s ist es nicht mehr so wichtig, ob der Bildschirm auch wirklich exakt senkrecht zu den Augen positioniert ist. Wie von Thinkpads gewohnt ist es natürlich auch bei diesem Modell möglich, den Bildschrim 180° nach hinten zu neigen.

Mehrere Anzeigen (mittels mehrerer Bildschirme) werden natürlich unterstützt. Bei der Konfiguration mit der dedizierten Grafikkarte Nvidia NVS 4200M kann man bis zu 3 externe Bildschirme gleichzeitig mit dem Laptop Display benutzen. Welche Anschlüsse und wie viele Bildschirme in welchen Kombinationen man benutzen kann/muss, kann man bei Lenovo herausfinden.

Was sofort auffällt, wenn man das Gerät in die Hand nimmt, ist das geringe Gewicht des Thinkpads. Natürlich ist der Akku auch noch nicht eingebaut gewesen, aber selbst mit Akku ist der Laptop ziemlich leicht. Gewogen mit Akku und DVD Laufwerk im Ultrabay Schacht wiegt es 1816 g. Damit ist er fast 700 g leichter als der Samsung 400B5 H01.
Der Ultrabay-Akku wiegt 241 g, damit wiegt er 116 g mehr als das DVD Laufwerk. Falls man noch das Netzteil mitnimmt, kommen nochmal zirka 500 g dazu. Bei eingebautem Ultrabay-Akku und der Mitnahme vom Netzteil muss man also 1932 g + 500 g = zirka 2,5 kg tragen. Das ist sehr gut für die gebotene Leistung.

Als Festplatte ist eine Hitachi Travelstar mit 320 GB bei 7200 U/min verbaut. Die sequentielle Leistung liegt bei 107,2 MB/s Lesen und 106,8 MB/s schreiben. Bei zufälligen Zugriffen mit einer Größe von 512 K sind es beim Lesen 37,27 MB/s und 43,83 MB/s. Nach der Installation von Antivirus (ESET NOD32) und der Verschlüsselung der Systemfestplatte mit TrueCrypt hat sich die Schreib- und Lesesleistung wie folgt verändert: Beim sequentiellen Lesen 102,2 MB/s (-4,7%) und beim Schreiben 101,7 MB/s (-4,8%). Beim zufälligen Lesen 31,94 MB/s (-14,4%) und beim Schreiben 41,56 MB/s (-5,2%). Die relativ kleinen Unterschiede die hier beim Verschlüsseln entstehen, lassen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den im Intel Core i7-2640M integrierten AES-Befehlssatz zurückführen, welcher extra für AES optimierte Befehle bereitstellt um AES-Berechnungen schneller ausführen zu können.

Einen Laptop benutzt man natürlich auch häufig nicht an einem stationären Ethernet-Anschluss sondern mit WLAN. Das in diesem Modell verbaute Intel Centrino Ultimate-N 6300 WLAN Modul bietet 3 Antennen und Unterstützung für IEEE 802.11a/b/g/n bei 2,4 sowie 5 GHz. Den maximalen Durchsatz konnte ich bis jetzt noch nicht testen, dennoch bin ich mit dem Empfang mehr als zufrieden. An Stellen im Haus, an denen mein alter Notebook nur noch einen sehr schlechten Empfang hatte, hat dieser einfach vollen Empfang. Das liegt hauptsächlich an den 3 verfügbaren Antennen.

Das Erkennungsmerkmal eines Thinkpads ist der rote Trackpoint. Auch wegen diesem bin ich so überzeugt von Thinkpads. Der Vorteil ist, dass man beim Wechseln zwischen Schreiben auf der Tastatur und Navigieren mit der Maus, seine Hände nicht von der Tastatur nehmen muss. Nach kurzer Eingewöhnung kann man den Mauszeiger fast so schnell und präzise wie mit der Maus bedienen. Zum Trackpoint gehören auch die Tasten unterhalb der Leertaste, mit welchen man für die Linke, Mittlere und Rechte Maustaste dort klicken kann. Wie ich nicht anders erwartet habe, ist auch bei diesem Thinkpad der Trackpoint wieder perfekt und einwandfrei, sofort ohne Umgewöhnung zu nutzen.

Die Tastatur ist sehr angenehm zu bedienen. Geschickt ist die LED an der Festelltaste (CAPS-Lock), welche den Status dieser anzeigt. Besonders hervorheben möchte ich den Spritzwasserschutz der Tastatur. Dieser lässt Flüssigkeiten die auf und in die Tastatur geraten durch extra für diesen Zweck vorhandene Abfließlöcher ablfließen. Das könnte für den Fall der Fälle, wenn man mal etwas verschüttet, wahrlich nützlich sein.

Die integrierten Stereo Lautsprecher sind auch besser als die im T61. Dies ist aber nur ein subjektives Empfinden. Sie sind natürlich nicht vergleichbar mit externen Lautsprechern. Dennoch kann man damit ganz angenehm Musik hören. Zuviel Erwartungen sollte man trotzdem nicht haben.

Die Temperaturentwicklung habe ich beim Zuschauen eines Spiels in League of Legends gemessen. Dafür habe ich das Programm CPUID Hardware Monitor benutzt. Am heißesten wurde die Grafikkarte mit 99°C. Die CPU war bei zirka 94°C. Diese Werte sind noch im Rahmen und sollten auch auf dauer nicht Stabilitätsbeinträchtigend sein.

Längere Zeit ohne externe Stromversorgung sollte bei einem Premium Notebook kein Problem sein. Der mitgelieferte Akku wird nicht mehr wie bei den meisten anderen Thinkpads hinten angeschlossen, sondern passt nahtlos an die Unterseite. Die Kapazität beträgt, von mir gemessen, etwas mehr als 44 Wattstunden (Wh). Es ist natürlich auch klar, dass man keine extrem langen Laufzeiten erwarten kann, wenn die Bauhöhe des Notebooks im Vergleich zum T420 um ca. 0,5 cm reduziert wurde, ist nähmlich weniger Platz für einen großen Akku.
Es ist nicht wirklich sinnvoll die maximale Laufzeit anzugeben, weil in der Zeit kann man den Laptop nicht benutzen, was in der Praxis wohl nicht vorkommt. Praxisnäher sind Angaben die sich auf die Laufzeit unter Benutzung beziehen.

Bei aktivierter Nvidia Grafikkarte und WLAN sowie Bildschirmhelligkeit auf 4, zeigt der Lenovo Energie-Manager einen Verbrauch von 14 W an. Das heißt also bei 44 Wh kann man mit guten 3 Stunden ohne Netzstrom auskommen. Bei gleichen Einstellungen aber nur der Benutzung der Intel HD Grafik sind es je nach Last ca. 8 bis 11 W. Dadurch steigt die Laufzeit auf 4 bis 5,5 Stunden bei kontinuierlicher Nutzung.

Mit eingestecktem Ultrabay-Akku steigert sich die verfügbare Kapazität um zusätzlich 31 Wh. Damit sind dann zirka 6,8 bis 9,3 Stunden Betrieb ohne Steckdose möglich

Als Anforderung an meinen neuen Laptop hatte ich noch, dass er eine Dockingstation unterstützt. Die passende Dockingstation habe ich bereits in einem anderen Beitrag vorgestellt. Wie dort schon gesagt ist der Vorteil, alle Kabel an der Dockingstation anzuschließen und nicht direkt am Laptop. So kann man einfach den Laptop von der Dockingstation nehmen und muss nicht alle Kabel erst entfernen bzw. wieder anstecken. Dies spart Zeit und lässt auch den Schreibtisch aufgeräumter und professioneller aussehen.

Um die Grafikkleistung zu messen habe ich den 3DMark11 benutzt. Hier erreichte der Laptop leider nur 621 Punkte.

Zusammenfassung:

Insgesamt bin ich total zufrieden mit diesem Notebook. Der hohe Preis ist gerechtfertigt, auch wenn es schön wäre, wenn die Preise für die T-Serie niedriger wären. Die hohe Verarbeitungsqualität und die gleich noch genannten anderen Vorteile machen das aber wieder wett. Alles in allem kann ich es nur empfehlen diesen Lenovo Laptop zu kaufen. Er wird sicher noch lange an meiner Seite bleiben.

Vorteile:

  • Leicht (< 2 kg) und dünn
  • Trackpoint
  • Hohe Auflösung bei 14 Zoll (1600*900)
  • Hohe CPU Leistung (Core i7)
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität und Robustheit

Nachteile:

  • nur akzeptable Akkulaufzeit (durch Ultrabay-Akku sehr gute Laufzeit)
  • Hoher Anschaffungspreis

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Über Kai

Ich habe Informatik im Masterstudiengang an der Universität Stuttgart studiert. Im Studium habe ich, wie mein Kollege und Kommilitone, die Vertiefungslinien "Theoretische Informatik und Wissenschaftliches Rechnen" und "Visualisierung und Interaktive Systeme" belegt. Auch in meiner Freizeit beschäftige ich mich oft mit Softwareentwicklung, im Speziellen der Softwarearchitektur, sowie mit der, teils ehrenamtlichen, Betreuung und Weiterentwicklung von Webplattformen. Darüberhinaus gehe ich dem Leistungssport Schwimmen nach, um für einen gesunden Ausgleich mit Sport zu sorgen. Mehr über mich unter kmindi.de.